10. Lean Coffee Köln - MomentaufnahmeDas Lean Coffee-Konzept zeigte diesmal seine ungewöhnlichen Möglichkeiten der Fokussierung: von den fünf vorgeschlagenen Teilnehmer-Themen konnten „nur“ zwei besprochen, d.h. lebhaft und intensiv diskutiert werden.

Nach der jeweils initialen 10 Minuten-Themen-Timebox haben wir die angeregten Unterhaltungen immer wieder verlängert. Jedes Thema beleuchteten wir eine gute halbe Stunde lang – von vielen Seiten. Wenn uns nicht um 0900 Uhr die Arbeit gerufen hätte, wären unsere Gespräche gut und gern bis 1000 Uhr und länger gelaufen.

Zunächst tauschten wir uns im Rahmen des Postit’s „Bürogestaltung agil“ über unsere Erfahrungen z.B. mit Colocation von Teams und deren Team-Mitgliedern aus. Dabei sprachen wir über die Pros und Cons der häufig anzutreffenden Raum-Konzepte mit den 2 bis 4-Platz-Büros auf der einen Seite oder die Großraum-Konzepte auf der anderen. Oder über eine immer wieder belächelte (und unverstandene) „Mauer-Wirkung“ eines trennenden Flures, bei dem „…doch die Büros nur zwei Meter gegenüber liegen…“. Dieser stellt dennoch eine große Kommunikationshürde dar – nicht nur für „agile“ Teams.

Einige gut funktionierende Konzepte stellten wir uns gegenseitig vor. Diese könnte man eventuell direkt auch für künftige Immobilien-Planungen nutzen.

Das zweite große Thema war „Q“ – Q wie Qualität: Qualitäts-Mindsets im Allgemeinen [1] und in den Projekten.

Zufällig hatte ich kurz zuvor einen Tweet von Alex Klein gelesen („…gehören Qual und Qualität zusammen?“), der sehr gut illustriert, dass z.B. auf dem Weg von einer „quick-and-dirty“-Mentalität hin zu einer Nachhaltigkeitskultur sich schnell die kleinen „technical debt“-Steinchen zu einem großen Hügel und späteren Berg aufhäufen können – und dieser lässt sich im Projektalltag nur noch unter immer größer werdenden Qualen abräumen.

Der Aufwand für die „Zinszahlungen“ auf diesen „technical debt“-Berg frisst über die Projektlaufzeiten das Kapital für Neu-Entwicklungen immer mehr auf – stetig, aber vorhersehbar, bis zum Stillstand und – leider immer wieder zu erleben – einer in der Folge wirtschaftlich nur noch sinnvollen Neu-Entwicklung. Diese Erfahrungen hatten wir (fast) alle schon ein oder mehrmals gemacht.

Auch ein dazu passender Veränderungsprozess kann – ungünstig begleitet – schnell zur Qual werden. Dies führt über den Weg des (kurzfristig) geringsten Widerstandes schnell zu neuen Qualitätsproblemen.

Wie geht man damit um?

Wehret den Anfängen
(Stichwort „broken window“).

Wir haben noch viele weitere Argumente und Erfahrungen ausgetauscht…

Nun, unser nächstes ‚Lean Coffee Köln‘ findet am 26. April statt!

Wir freuen uns, auch Dich mit Deinen Themen dort in spannenden Diskussionen zu erleben…

CU
Boeffi

[1] z.B. lebenslange Produkt-Garantie als Unternehmens-Strategie von Therm a Rest